Sammelbegriff
Antioxidantien
Antioxidantien sind kein einzelner Stoff, sondern eine Funktionsbeschreibung: Substanzen, die reaktive Sauerstoffverbindungen abfangen. Dazu gehören Vitamin C und E, Carotinoide, Selen und tausende sekundäre Pflanzenstoffe.
Stand: 7. August 2026
Wofür der Körper Antioxidantien braucht
- neutralisieren freie Radikale, die bei Stoffwechsel, UV-Licht und Rauchen entstehen
- schützen Zellbestandteile wie Membranen und Erbgut vor oxidativer Schädigung
- ergänzen die körpereigenen Schutzsysteme, etwa selenabhängige Enzyme
Wie viel ist sinnvoll?
Einen Gesamtbedarf gibt es nicht, entsprechend auch keinen Referenzwert. Sinnvoller als jede Rechnung ist Vielfalt: Farbige Gemüse und Früchte liefern jeweils andere Substanzgruppen, die im Verbund wirken.
Gute Quellen
- Beeren, Trauben, Granatapfel (Polyphenole, Anthocyane)
- Tomaten, Karotten, Kürbis (Lycopin, Carotinoide)
- Nüsse und Pflanzenöle (Vitamin E)
- grüner Tee, Kaffee, dunkle Schokolade
- Zwiebeln, Knoblauch, Kohlgemüse
Anzeichen für eine Unterversorgung
Ein isolierter "Antioxidantienmangel" ist kein medizinischer Befund. Ungünstig ist eine dauerhaft gemüse- und früchtearme Ernährung, kombiniert mit Rauchen, hohem Alkoholkonsum und starker UV-Belastung – dann steigt die oxidative Belastung, während die Schutzstoffe fehlen.
Wann eine Ergänzung sinnvoll ist
Die Erwartung, isolierte Antioxidantien in hoher Dosis könnten Krankheiten vorbeugen, hat sich in grossen Studien nicht bestätigt. Der Effekt von Gemüse und Früchten lässt sich offenbar nicht in eine Kapsel packen: Es fehlen Ballaststoffe, Matrix und das Zusammenspiel der Substanzen.
Worauf du achten solltest
Hier ist mehr nachweislich nicht besser. Hoch dosiertes Beta-Carotin erhöhte in Studien bei Rauchenden das Lungenkrebsrisiko; hoch dosiertes Vitamin E zeigte ebenfalls ungünstige Effekte. Während einer Krebstherapie können hoch dosierte Antioxidantien zudem die Wirkung von Bestrahlung und Chemotherapie beeinflussen – deshalb nur nach Rücksprache mit dem Behandlungsteam.
Häufige Fragen
Ist ein hoher ORAC-Wert ein Qualitätsmerkmal?
Nein. Der ORAC-Wert misst die Wirkung im Reagenzglas und lässt sich nicht auf den Körper übertragen; die Datenbank dazu wurde zurückgezogen.
Wie viel Gemüse und Früchte pro Tag?
Fünf Portionen sind der etablierte Richtwert – drei Gemüse, zwei Früchte. Die Farbvielfalt zählt dabei mehr als die exakte Menge.
Hinweis: Diese Angaben sind allgemeine Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Kläre eine gezielte Supplementierung – besonders in Schwangerschaft, Stillzeit, bei Erkrankungen und bei Einnahme von Medikamenten – vorher ärztlich ab.
Referenzwerte nach den D-A-CH-Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr, Obergrenzen nach den Werten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Zuletzt geprüft am 7. August 2026.