Mikroorganismen
Probiotika
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge einen gesundheitlichen Nutzen haben können. Entscheidend ist: Die Wirkung ist stammspezifisch – "Probiotika" als Sammelbegriff sagt wenig aus.
Stand: 7. August 2026
Wofür der Körper Probiotika braucht
- beeinflussen die Zusammensetzung und Aktivität der Darmflora
- konkurrieren mit unerwünschten Keimen um Nährstoffe und Bindungsstellen
- wirken über die Darmschleimhaut auf Immunprozesse ein
Wie viel ist sinnvoll?
Es gibt keinen Bedarfswert – Probiotika sind kein Nährstoff. Studien arbeiten meist mit Mengen im Bereich von einer bis zehn Milliarden koloniebildenden Einheiten pro Tag. Massgeblich ist der untersuchte Stamm, nicht die Gesamtzahl.
Gute Quellen
- Joghurt und Kefir mit lebenden Kulturen
- Sauerkraut und andere milchsauer vergorene Gemüse (nicht pasteurisiert)
- Kimchi, Miso, Tempeh
- Präparate mit definierten Stämmen
Anzeichen für eine Unterversorgung
Ein "Probiotikamangel" existiert nicht. Ungünstig verändern kann sich die Darmflora dagegen nach Antibiotikatherapien, bei sehr ballaststoffarmer Ernährung und bei anhaltendem Stress. Wichtiger als Zufuhr von aussen ist oft die Versorgung der vorhandenen Bakterien mit Ballaststoffen (Präbiotika).
Wann eine Ergänzung sinnvoll ist
Am besten belegt ist der Nutzen bei antibiotikaassoziiertem Durchfall und bei akuten Durchfallerkrankungen im Kindesalter; auch beim Reizdarmsyndrom gibt es Hinweise auf Besserung der Beschwerden. Für Werbeaussagen zu Immunsystem, Stimmung oder Gewicht ist die Evidenz dagegen dünn. Ein Versuch dauert vier bis acht Wochen – bringt er nichts, bringt Weiterführen selten mehr.
Worauf du achten solltest
Bei stark geschwächtem Immunsystem, nach Organtransplantation, bei Chemotherapie oder liegenden zentralen Venenkathetern sind Probiotika nicht harmlos: Es sind Infektionen beschrieben. In diesen Situationen nur nach ärztlicher Rücksprache. Zu Beginn sind Blähungen häufig und meist vorübergehend.
Häufige Fragen
Joghurt oder Kapseln?
Für den Alltag sind fermentierte Lebensmittel eine gute und günstige Basis. Für ein konkretes Beschwerdebild sind untersuchte Einzelstämme präziser.
Wann bei Antibiotika einnehmen?
Begleitend, mit einigen Stunden Abstand zum Antibiotikum, und noch ein bis zwei Wochen danach.
Hinweis: Diese Angaben sind allgemeine Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Kläre eine gezielte Supplementierung – besonders in Schwangerschaft, Stillzeit, bei Erkrankungen und bei Einnahme von Medikamenten – vorher ärztlich ab.
Referenzwerte nach den D-A-CH-Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr, Obergrenzen nach den Werten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Zuletzt geprüft am 7. August 2026.