Craniosacral-Therapie
Bei der Craniosacral-Therapie handelt es sich um eine sanfte Form der Körperarbeit. Der Name leitet sich von den Worten Cranio (Schädel) und Sacrum (Kreuzbein) ab. Bei der Craniosacral-Therapie werden vor allem der Schädel, die Wirbelsäule und das Kreuzbein durch leichte Berührungen und spezielle Drucktechniken behandelt.
Philosophie / Entstehungsgeschichte
Die Craniosacral-Therapie geht auf den amerikanischen Osteopathen William Garner Sutherland (1873-1945) zurück. Nach langjährigen anatomischen Studien war er zu der Ansicht gekommen, dass die einzelnen Knochenteile des Schädels nicht starr miteinander verbunden, sondern an den Nahtstellen beweglich sind. Dabei handelt es sich allerdings nur um eine minimale Beweglichkeit: Beim Erwachsenen haben die Knochen einen Spielraum von 0,1 bis 1 Millimeter. Sutherland stellte ausserdem fest, dass sich der Schädel im Rahmen seiner "Bewegungsmöglichkeiten" rhythmisch ausdehnt und zusammenzieht und dass sich diese Bewegungen bis hinunter zum Kreuzbein fortsetzen. Behindert man die Bewegung der Schädelknochen, etwa durch gezielten Druck auf bestimmte Stellen, können dadurch verschiedene körperliche und emotionale Beschwerden ausgelöst werden. Sutherland entwickelte eine manuelle Behandlungstechnik, um bei Blockierungen die Beweglichkeit der Schädelknochen wiederherzustellen. Seine Form der Therapie, die er als craniale Osteopathie bezeichnete, fand jedoch zunächst keinen grossen Anklang in der Fachwelt.
In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts gelang es John E. Upledger, einem amerikanischen Neurochirurgen, eine wissenschaftliche Erklärung für das rhythmische Pulsieren der Schädelknochen zu finden. Seine Forschungen hatten die Weiterentwicklung der cranialen Osteopathie zur Folge und es entstand die Craniosacral-Therapie. Sie ist mittlerweile in den USA sehr populär und gewinnt auch in Europa immer mehr Anhänger.
Technik der Craniosacral-Therapie
Gehirn und Rückenmark sind vom Hirnwasser (Liquor cerebrospinalis) umgeben, das sie schützt und mit Nährstoffen versorgt. Die Hirnflüssigkeit wird ständig neu produziert und gleichzeitig von den Blutgefässen im Gehirn abgeleitet. Auf diese Weise nimmt das Volumen des Hirnwassers ständig leicht zu und ab, und es entsteht gemäss der Theorie der Craniosacral-Therapeuten ein rhythmisches Pulsieren mit einer regelmässigen Frequenz von sechs- bis zwölfmal pro Minute. Diesen "craniosacralen Rhythmus" ertastet die Craniosacral-Therapeutin während der Behandlung.
Dazu liegt der Patient entspannt auf einer Liege. Die Therapeutin legt ihre Hände auf bestimmte Stellen des Kopfes oder der Wirbelsäule. Sie stimmt sich auf den craniosacralen Rhythmus des Patienten ein und fühlt, ob die einzelnen Knochen frei beweglich im Rhythmus des Hirnwassers mitschwingen. Dann legt sie ihre Hände auf diejenigen Körperbereiche, bei denen sie eine Einschränkung der Schwingungen festgestellt hat. Durch leichten Druck und bestimmte Handgriffe werden Blockierungen gelöst und die natürlichen Symmetrien der Bewegungen wieder hergestellt. Die Berührungen sind sehr sanft, dauern lange an und versetzen den Patienten in einen tiefen Zustand der Entspannung. Häufig erleben Patienten auch, dass sich verdrängte Gefühle spontan während der Behandlung lösen. Eine Therapiesitzung dauert in der Regel etwa 30 bis 90 Minuten. Je nach Art der Beschwerden wird die Behandlung ein- bis zweimal wöchentlich wiederholt.
Wie kann die Craniosacral-Therapie eingesetzt werden
Die Craniosacral-Therapie eignet sich zur Behandlung von Patienten aller Altersgruppen. Kinder sprechen in der Regel besonders gut auf die Behandlung an. Bereits die Geburt kann Verformungen des Schädels verursachen, die eine anhaltende Blockierung der Schädelknochen und eine Störung des craniosacralen Rhythmus zur Folge haben können. Aber auch Schläge, Stürze oder Unfälle sind oft die Ursache für chronische Verspannungen und Verhärtungen des Bindegewebes, die wiederum die Beweglichkeit der knöchernen Strukturen negativ beeinflussen. Bei folgenden Krankheitsbildern hat sich die Craniosacral-Therapie bewährt:
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Schmerzen unterschiedlicher Art (z.B. Kopf- oder Rückenschmerzen)
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Zahn-, Mund- und Kieferprobleme
Kinder werden häufig behandelt wegen:
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Ein- und Durchschlafproblemen
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Nebenwirkungen / Vorsichtsmassnahmen
Mit Nebenwirkungen muss bei der Craniosacral-Therapie in der Regel nicht gerechnet werden. Nicht angewendet werden sollte die Methode bei:
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Entzündungen und Infektionen des Nervensystems
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