Obst und Gemüse: Schale mitverzehren?
Vor allem in der Schale und in den Randschichten von Obst und Gemüse finden sich die wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamine und Spurenelemente. Doch immer wieder wird vor hohen Pestizid-Belastungen gewarnt. Ist es auch angesichts der potenziellen Risiken sinnvoll, die Schale mitzuessen?
Ja, meint dazu die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), denn der gesundheitliche Nutzen überwiege das mögliche Risiko. Die Experten hatten Literatur über die Nährstoffdichte und Berichte zur Schadstoffbelastung, unter anderem vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) analysiert.
Sie kommen zu dem Schluss, dass aus ernährungsphysiologischer Sicht, die Schale - beziehungsweise die äusseren Schichten - von Obst und Gemüse eine besondere Rolle spielen. Hier sind nicht nur Vitamine, Spurenelemente und Ballaststoffe, sondern auch sekundäre Pflanzenstoffe konzentriert. Soweit die Schale also verzehrsfähig ist, sollte sie mitgegessen werden, empfiehlt die DGE.
Zur Erntezeit enthalten Früchte und Gemüse besonders viele dieser wichtigen Inhaltsstoffe, so dass es sich anbietet, saisonal und regional auszuwählen und nicht zu lange zu lagern.
Gründliches Waschen hilft
Eine gesundheitliche Gefährdung durch die gleichzeitige Aufnahme mehrerer Pestizide ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht wahrscheinlich. Denn zwischen den gesetzlich festgelegten Rückstandshöchstmengen und den experimentell ermittelten toxisch wirkenden Dosen liegt eine Sicherheitsspanne von 2-3 Zehnerpotenzen.
Durch gründliches Waschen unter fliessendem Wasser oder Abbürsten können eventuelle Pestizid- und Schmutzrückstände grösstenteils entfernt werden. Bio-Proben sind häufig, aber nicht immer rückstandsfrei. Gegenüber konventionell angebauten Produkten bestehen jedoch signifikante Unterschiede.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung