Mit der Wärme kommen die Pollen – und der Heuschnupfen
Der lange, kalte Winter schürte die Sehnsucht nach warmer Frühlingssonne und Spaziergängen im Grünen. Nur bei den Pollenallergikern kann der Heuschnupfen die Frühlingsfreuden trüben, oder sogar völlig verderben. Die gute Nachricht: Durch den langen kalten Winter beginnen in diesem Jahr laut Experten auch die Pollen später zu fliegen. Den Allergikern ist also eine Schonzeit gegönnt.
Eigentlich kann jede Pflanze Heuschnupfen auslösen. Aber die meisten Menschen sind nur gegen bestimmte Pollen allergisch. Sie leiden also nicht das ganze Jahr. Schon ab Januar hat es Erlen- und Haselnusspollen in der Luft. Ab Mitte März reizen Eschen und Birken. Im April plagen blühende Gräser die Allergiker und im Sommer Beifuss und Ambrosia. Manche Allergiker reagieren nur bei direktem Kontakt mit der Pflanze. Andere müssen nur die Wohnung verlassen und schon schwellen ihnen Augen und Nase zu.
Was kann bei Heuschnupfen helfen?
Leider hilft in manchen Fällen nur die Flucht vor den Pollen. Auf die Pollenvorhersage achten (Tageszeitung, Radio, Telefonservice), einen Pollenflugkalender aus der Apotheke besorgen und bei Pollenflug der entsprechenden Pflanzen möglichst im Haus bleiben.
Worauf muss der Pollen-Allergiker achten?
Bei starkem Pollenflug, an sonnigen, windreichen Tagen soll der Aufenthalt im Freien, besonders auf Wiesen und Feldern, vermieden werden.
Tipps bei starkem Pollenflug:
- Besonders stark ist der Pollenflug morgens; deshalb Outdoor-Aktivitäten besser auf den Abend verschieben.
- Türen und Fenster in der Pollenflugsaison möglichst geschlossen halten.
- Die Fenster mit einem Pollengitter versehen.
- Im Auto die Lüftung ausschalten und die Ventilationsanlage mit einem Pollenfilter versehen.
- Augen mit einer grossflächigen und anliegenden Sonnenbrille schützen.
- Vor dem Schlafengehen Duschen und täglich die Haare waschen, um die Pollen zu entfernen.
- Kleider jeden Tag wechseln und getragene Kleider nicht im Schlafzimmer aufbewahren.
- Kühlkompressen lindern brennende Augen.
- Rauchen aufgeben - die ständige Reizung der Atemwege erleichtert Allergenen den Angriff an den Schleimhäuten.
- Physiologische Kochsalzlösung zum Ausspülen der Pollen aus der Nase.
- Meer und Hochgebirge sind nahezu pollenfreie Zonen. Daher möglichst die Ferien in diese Regionen verlegen.
Die Heuschnupfensaison ist je nach Breitengrad und Höhe verschieden; in den Bergen beginnt sie später als im Tal.
Vorbeugen und behandeln mit Medikamenten
- Zur Vorbeugung und zur Behandlung können Calciumtabletten und ein Nasenspray oder Augentropfen mit Cromoglicinsäure helfen.
- Sind die Nasenschleimhäute angeschwollen (Schnupfen), kann man abschwellende Nasentropfen benutzen.
- Bei geröteten Augen können kurzfristig Augentropfen gegen Bindehautentzündung oder antiallergische Augentropfen helfen.
- Bei starken, akuten Beschwerden helfen antiallergische Tabletten (sogenannte Antihistaminika) oder Tropfen. Dabei sind Tabletten mit modernen Wirkstoffen, die nicht müde machen, vorzuziehen.
- Zur Vorbeugung und Behandlung gibt es auch einige homöopathische Mittel.
- Allergie-Impfung oder Hyposensibilisierung.
Heuschnupfen: Die wichtigsten Allergene
Allergene sind Fremdsubstanzen, die eine Allergie auslösen. Theoretisch kann jeder Mensch auf jeden Stoff allergisch reagieren. Hier aber die wichtigsten Allergene und somit die häufigsten Allergieauslöser:
- Pollen: Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Getreide
- Milbenkot im Hausstaub
- Nahrungsmittel: Erdbeeren, Meeresfrüchte, Kiwis, Sellerie, Erdnüsse, Eiweiss, Milch
- Bienen- und Wespengift
- Medikamente: Schmerzmittel, Rheumamittel, Antibiotika (Penicillin)
- Tierhaare
- Nickel, Latex
- Pilzsporen
Die häufigste Form ist die Allergie gegen Gräserpollen. Gräserpollenallergiker, Baumpollenallergiker und die Menschen, die gegen beides allergisch sind, machen ¾ aller Heuschnupfenpatienten aus.
Mehr als die Hälfte aller bei uns heimischen Heuschnupfenpollen gehören einer Gruppe von etwa einem Dutzend Pflanzen an. Es lohnt sich also, herauszufinden, wogegen man allergisch ist, um den Kontakt möglichst zu minimieren. Ganz vermeiden lässt er sich nicht. Untersuchungen haben ergeben, dass der Mensch während der Blühzeit pro Tag ungefähr 4.000 bis 8.000 (!) Pollen einatmet. Bei einem Allergiker reicht aber der Kontakt mit 40 bis 50 Pollen, um Symptome auszulösen.
Drei Gruppen von Pollen sind die Hauptauslöser des Heuschnupfens:
- Zwischen Februar und Mai frühblühende Bäume
- Zwischen Mai und Juli und Mitte August bis Mitte September Gräser und Getreide
- Im Frühherbst bestimmte Kräuter
- Sowie der Ganzjahres-Heuschnupfen: Hausstaubmilben und Schimmelpilze (Sporen)
Wegen der Klima-Erwärmung haben Pollen-Allergiker immer früher Symptome. Die Saison beginnt jeweils bereits im Dezember. Zudem nehmen Pollen-Allergie und Asthma weiter zu. Rund 8 Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden an Asthma. Damit hat sich die Häufigkeit des Leidens in der Bevölkerung innerhalb von 30 Jahren vervierfacht.
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