Ärztliche Kontrolle vor dem Skifahren

Herzpatienten oder solche, die nicht so sportlich sind, sollten sich vor der Reise in den Schnee ärztlich untersuchen lassen, rät die Schweizerische Herzstiftung. Kälte und Anstrengung können sonst leicht zu einem gesundheitlichen Problem führen.

Herzpatienten sollten sich vor der Wintersportsaison ärztlich beraten lassen | VitaClic – die GesundheitsplattformBedingung für den Wintersport: Ihr persönlicher Gesundheitszustand ist ärztlich abgeklärt, die Art der Bewegung und die zuträgliche Intensität, Häufigkeit und Dauer sind richtig ausgewählt.

Wer bei der Belastungskontrolle ohne Probleme eine Herzleistung erbringt, die ungefähr jener beim Joggen oder schnelleren Velofahren entspricht, hat gute Chancen, einige Monate nach einem Herzinfarkt wieder grünes Licht für die Skiabfahrt zu erhalten – vorausgesetzt, es liegen weder Herzrhythmusstörungen noch eine Herzschwäche vor.

Umsteigen auf Skiwandern – eine Überlegung wert

Die Vernunft muss allerdings mitfahren: Ideal ist eine Berghöhe bis zirka 1'500 Meter. Höhenlagen von über 2'500 Metern sowie Temperaturen von unter minus fünf Grad sollten gemieden werden. Der Schwierigkeitsgrad der Abfahrt sollte den persönlichen Fähigkeiten und dem Trainingszustand angepasst sein.

Ein Steilhang kann für einen nur durchschnittlich geübten Fahrer zur Stresssituation werden und den Blutdruck plötzlich ansteigen lassen – eine für einen Herz-Kreislauf-Patienten unter Umständen heikle Situation. Bei Kälte, Höhe und Stress verengen sich die Gefässe. Das kann zu Angina pectoris führen, das Herz wird nicht mehr genügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Durch die veränderte Kraft, der die Gefässwand ausgesetzt ist, kann auch eine bestehende Ablagerung, eine so genannte Plaque, aufbrechen. Dabei kann ein Gerinnsel entstehen, das im schlimmsten Fall ein Herzkranzgefäss vollständig verschliesst und so einen Infarkt auslöst. Diese Gefahren bestehen hauptsächlich, wenn die Gefässe bereits geschädigt sind.

Vorsicht bei muskulärer Kraftanstrengung

Grundsätzlich günstiger als Skiabfahrten sind für Herz-Kreislauf-Patienten Ausdauersportarten, die keine statische Muskelarbeit wie beim Abfahrtsski erfordern, also Gehen und Walken im Schnee, Schneeschuhlaufen oder Skiwandern. Skilanglaufen wirkt sich als Ausdauersportart ebenfalls positiv auf den Kreislauf aus, verlangt aber durch den intensiven Einsatz von Armen und Beinen vergleichsweise viel Kraft und eine gute Belastbarkeit des Herzens. Ebene Loipen in geringer oder mittlerer Höhe erleichtern dem Herzen die Arbeit. Vorsicht ist beim Schneeschaufeln geboten, da es eine hohe muskuläre Kraftanstrengung erfordert und damit eine entsprechend hohe Belastung für das Herz darstellt. Die Kälte tut das Ihrige dazu.

Auch Gesunde schützen sich

Viele, die Wintersport machen, kennen ihr eigenes Herz-Kreislauf-Risiko nicht. Einige Grundregeln für Bewegung im Schnee gelten deshalb nicht nur für Herz-Kreislauf-Patienten, sondern für alle: Bewegen Sie sich das ganze Jahr durch und schätzen Sie Ihre Kräfte realistisch ein. Beim Sport Erholungsphasen einbauen. Vermeiden Sie durch wettergerechte Kleidung abrupte Wechsel von Wärme und Kälte. Leiten Sie jede Tour mit Skiern oder auf Schneeschuhen wie auch die erste Abfahrt an einem kalten Morgen mit einem sanften Training ein, damit sich Gefässe und Muskeln aufwärmen können. Verzichten Sie vor und während des Sports auf Alkohol. Bei Unwohlsein schonen Sie sich.

Erste Hilfe im Notfall

Alarmieren Sie sofort Notfallnummer 144, wenn bei Ihnen oder einer umstehenden Person folgende Symptome auftreten: Heftiger, beengender Druck und klemmende Schmerzen in der Brustmitte von mehr als 15 Minuten Dauer, oft ausstrahlend in Schultern und Arme (meist links), den Hals, Unterkiefer oder Oberbauch. Übelkeit, Schwäche, Schwitzen, eventuell kalte blasse Haut, Angstgefühl, Atemnot.


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