Viren lösen Husten und Schnupfen aus
Erkältungen haben gegenwärtig Hochsaison. Überall laufen die Nasen, es wird kräftig gehustet und von Wohlbefinden kann keine Rede sein. Wohl bei keiner anderen Erkrankung gibt es so viele Vorstellungen über deren Entstehung und Tipps zur Behandlung wie bei Erkältungen.
Vieles ist Mythos, einige Fakten sollen hier besprochen werden. Die Ursache der Symptome sind ausnahmslos Viren. Kälte alleine, zu leichte Bekleidung oder nasse Haare führen nicht zu einer Erkältung. Sie sind im Winterhalbjahr häufiger, weil die Menschen öfter in geschlossenen Räumen und demzufolge näher beieinander leben. Damit wird die Übertragung vereinfacht. Viele Viren lieben zudem kalte, feuchte und dunkle Verhältnisse, was im Winter natürlich eher der Fall ist als im Sommer.
Antibiotika sind nutzlos
Bei der Therapie muss ganz klar gesagt werden, dass Antibiotika komplett nutzlos sind. Nur wenn klare Hinweise für eine bakterielle Infektion vorhanden sind, kommen diese Medikamente in Frage. Lange schon wird postuliert, dass verschiedene Stoffe wie Vitamin C, Zink oder Echinacea eine Erkältung positiv beeinflussen können. In wissenschaftlichen Studien liess sich dies nur für Vitamin C teilweise nachweisen: Spitzensportler, welche vor starken Anstrengungen Vitamin C zu sich nahmen, erkrankten deutlich weniger häufig. Zudem gibt es Hinweise, dass die Krankheitsdauer mit Vitamin C etwas reduziert werden kann. In der Normalbevölkerung kam es aber mit oder ohne Vitamin C gleich häufig zu Erkältungen. Bei Echinacea und Zink gibt es keine Hinweise, dass sie etwas nützen.
Symptombekämpfung
Da es keine Mittel gegen die auslösenden Viren selber gibt, muss sich die Therapie auf Symptombekämpfung beschränken. Laufende Nasen lassen sich mit Meersalzlösung oder abschwellenden Nasensprays behandeln. Schmerzmittel bekämpfen die lästigen Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen und Inhalationen beruhigen die Atemwege. Mit all diesen Massnahmen lässt meist auch ein Husten deutlich nach. Dieser ist nämlich vorwiegend durch hinten im Rachen hin unterlaufendes Sekret aus der Nase und lokaler Schleimhautentzündung bedingt. Hustenmittel sind so selten wirklich notwendig. Bleibt eine vermutete Erkältung trotz dieser Massnahmen hartnäckig und dem Patienten geht es zunehmend schlechter, soll ärztlicher Rat eingeholt werden. Vielleicht handelt es sich dieses Mal nicht um eine banale Erkältung, sondern um eine Lungenentzündung oder um die echte Grippe.
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Publikation mit freundlicher Genehmigung des Schweizer Zentrums für Telemedizin MEDGATE