Wenn die Wespen lästig werden

Wespen haben jeweils im September Hochsaison. Lästig werden sie dem Menschen, weil sie sich ungeniert an unserer Nahrung bedienen wollen.

Eine medizinische Bedeutung haben Wespen wegen ihrem Stachel, den sie bei Gefahr einsetzen. Der Stich durch die Haut ist einerseits schmerzhaft, andererseits wird eine kleine Menge Gift ins Gewebe eingespritzt. Gegen dieses Gift wehrt sich unser Immunsystem und reagiert mit einer Entzündung, das Gewebe schwillt an.

Schnell reagieren

Hochlagerung und Kühlung der betroffenen Extremität sind die Therapie der Wahl. An Armen und Beinen sind solche Schwellungen zwar unangenehm, aber nicht weiter gefährlich. Heikel wird es, wenn ein Stich in den Rachen erfolgt. Ein unachtsamer Schluck aus dem Glas genügt und die Wespe wird in die Kehle geschwemmt, wo sie zusticht. Dabei kann das Gewebe so stark anschwellen, dass es die Luftröhre komplett einengt. Damit besteht akute Erstickungsgefahr!

Besonders gefährdet sind Allergiker: Bei ihnen spielt es keine Rolle, wo die Wespe zusticht. Ihr Immunsystem reagiert auf jeden Stich überschiessend, was zu Herzrasen, Atemnot und Ohnmacht führen kann. Im Extremfall endet ein Stich beim Allergiker fatal. Personen mit bekannter Wespenstichallergie müssen deshalb jederzeit Notfallmedikamente auf sich tragen, die sie ohne Verzug nach einem Stich einnehmen. Nur so lässt sich eine massive allergische Reaktion verhindern oder zumindest abschwächen. In jedem Fall gehören Allergiker aber trotz Notfallmedikamenten anschliessend auf direktem Weg in Spitalpflege.

Stiche desinfizieren

Zu beachten ist zudem, dass Wespenstachel mit Bakterien verunreinigt sein können, die mit dem Stich unter die Haut eingebracht werden. Dadurch können Infektionen der Haut entstehen. Jeder Stich sollte deshalb desinfiziert und bis zur Heilung gut beobachtet werden. Bei Schwellung, Rötung oder Eiterbildung muss ein Arzt kontaktiert werden. Wespen verlieren in der Regel ihren Stachel nach dessen Einsatz nicht; verbleibt doch ein Stück in der Wunde, soll es vorsichtig entfernt werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Hornissen und Bienen gehören zur gleichen Gruppe Insekten wie die Wespen und verursachen ähnliche Probleme. Sie kommen jedoch weniger in Konflikt mit dem Menschen, da sie sich weniger für unsere Nahrungsmittel interessieren.

 

Weitere Informationen: Schock bei Insektengiftallergie (PDF)

 

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Publikation mit freundlicher Genehmigung des Schweizer Zentrums für Telemedizin MEDGATE


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