Vorbeugung und Kampf gegen die Noroviren

Neben der Grippe sucht uns regelmässig auch ein anderes Virus heim: Noroviren verursachen äusserst lästige Magen-Darm-Symptome. Der Beginn ist meist abrupt und heftig. Die Patienten müssen wiederholt erbrechen, dazu kommen wässrige Durchfälle. In den ersten Stunden ist die Zufuhr von Flüssigkeit und Nahrung fast unmöglich, weil alles erbrochen wird. Weitere Symptome sind Bauchkrämpfe oder Muskelschmerzen. Fieber ist selten, kann aber vorkommen. Im Normalfall dauert diese erste Krankheitsphase einen halben bis ganzen Tag und bessert sich dann rasch. Nach zwei Tagen ist bei den meisten Patienten der Spuk vorbei. Wegen dieser kurzen Dauer verläuft eine Norovirus-Infektion in den meisten Fällen problemlos.

Viel trinken

Gegen die Viren selbst gibt es kein Medikament, es können nur die Symptome behandelt werden. Speziell zu erwähnen ist, dass Antibiotika nutzlos sind, weil diese nur gegen Bakterien wirken. Ein Problem ist insbesondere der Flüssigkeitsverlust, welcher ausgeglichen werden muss. Die Patienten müssen deswegen nach den ersten paar Stunden konstant zum Trinken animiert werden. Mit fester Nahrung kann problemlos zugewartet werden, aber Flüssigkeit muss zugeführt werden. Neben Wasser oder Tee empfiehlt sich auch die Einnahme von salzhaltigen Flüssigkeiten, wie zum Beispiel eine Bouillon. Damit werden die verlorenen Mineralsalze ersetzt. Vermeiden sollte man Getränke mit Alkohol oder Kohlensäure sowie Kaffee oder starken Tee. Nach Abklingen der Symptome kann auch wieder feste Nahrung eingenommen werden.

Wegen des doch beträchtlichen Flüssigkeitsverlustes kann eine Norovirus-Infektion für ältere und kranke Menschen sowie für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich werden. Bei einem entsprechenden Verdacht sollte nicht gezögert werden, ärztlichen Rat in Anspruch zu nehmen.

Hohe Ansteckungsgefahr

Noroviren sind perfekt angepasst, sich rasch und epidemieartig auszubreiten: Es braucht sehr wenige Viren für eine Ansteckung und sie können tagelang ausserhalb des Körpers auf Oberflächen überleben. Aus diesem Grund sieht man in der Regel nicht Einzelerkrankungen, sondern gleich ganze Gruppen von Erkrankten. Ganz besonders dort, wo viele Personen auf engem Raum zusammen sind, kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. Heime, Schulen, Kindergärten, Spitäler und Militärkasernen sind nur einige Orte, wo Noroviren-Epidemien häufig auftreten. Hat man einen Erkrankten in der Familie, ist das Risiko gross, dass es einen selber auch erwischt.

Peinliche Hygiene einhalten

Mit einigen Massnahmen kann man dieses Risiko aber mindern: Peinliche Händehygiene mit Seife, Oberflächen, die mit Stuhl oder Erbrochenem verschmutzt wurden, gut reinigen (z.B. mit verdünntem Javel-Wasser) und Erkrankte sollten sich von der Küche und der Zubereitung von Mahlzeiten fernhalten. Gehen Sie als Erkrankte/r bis zwei Tage nach Abklingen der Symptome nicht zur Arbeit. Kinder sollten ebenso lange die Schule nicht besuchen.

 

Weitere Informationen: Bundesamt für Gesundheit BAG

 

Publikation mit freundlicher Genehmigung des Schweizer Zentrums für Telemedizin MEDGATE


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