Getrübte Sommerfreuden
Der lange, kalte Winter schürte die Sehnsucht nach warmer Frühlingssonne und Spaziergängen im Grünen. Nur bei den Pollenallergikern kann der Heuschnupfen die Frühlingsfreuden trüben, oder sogar völlig verderben. Die gute Nachricht: Durch den langen kalten Winter beginnen in diesem Jahr laut Experten auch die Pollen später zu fliegen. Den Allergikern ist also eine Schonzeit gegönnt.
Die schlechte Nachricht: Immer mehr und immer ältere Menschen leiden unter Heuschnupfen. Vor achtzig Jahren war in der Schweiz nur jeder Hundertste allergisch. Heute jeder achte. Bei Kindern steigt die Zahl der Allergiker noch schneller an. Und während man früher sicher sein konnte, in höherem Alter nicht mehr allergisch zu werden, tritt die Krankheit heute auch bei über 50-Jährigen auf.
Wer leidet wann?
Eigentlich kann jede Pflanze Heuschnupfen auslösen. Aber die meisten Menschen sind nur gegen bestimmte Pollen allergisch. Sie leiden also nicht das ganze Jahr. Schon ab Januar hat es Erlen- und Haselnusspollen in der Luft. Ab Mitte März reizen Eschen und Birken. Im April plagen blühende Gräser die Allergiker und im Sommer Beifuss und Ambrosia. Manche Allergiker reagieren nur bei direktem Kontakt mit der Pflanze. Andere müssen nur die Wohnung verlassen und schon schwellen ihnen Augen und Nase zu.
Vom Niesreiz bis zum Asthmaanfall
Heuschnupfen ist eigentlich weitgehend harmlos. Aber ohne Behandlung können etwa ein Drittel der Pollenallergiker Asthma entwickeln. Meistens verschwindet das Asthma mit den allergenen Pollen. In ungünstigen Fällen kann das Asthma aber auch chronisch werden. Ausserdem kann der Heuschnupfen Auslöser für sicher unangenehme, häufig auch lebensbedrohliche Lebensmittelallergien sein, weil zum Beispiel die Eiweisse in Sellerie, Rüebli oder Fenchel oft fast identisch mit den Allergenen in verschiedenen Blütenpollen sind.
Neue Behandlungsmethoden
Wer Heuschnupfen hat, ist nicht einfach zu passivem Leiden verurteilt. Es gibt zahlreiche wirksame Medikamente und Methoden zur Bekämpfung der Allergie. Zum Beispiel Antihistaminika (Medikamente gegen Allergien). Je nach Bedarf als Tabletten, Tropfen, Nasensprays oder Augentropfen.
Ebenfalls Erfolg versprechend sind Desensibilisierungstherapien. Dabei bekommt man die Allergene vom Arzt gezielt verabreicht, damit sich das Immunsystem an die Pollen gewöhnt. Ist die Therapie erfolgreich, sind die Patienten die Allergie endgültig los. Die neueste Waffe gegen die verbreiteten Gräserpollenallergien ist die so genannte Impftablette, die der Patient unter die Zunge legen muss.
Ausführliche Informationen über Heuschnupfen: www.pollenundallergie.ch